Dieses Konzert lädt zu einer musikalischen Reise durch die Klanglandschaften Spaniens und Lateinamerikas ein – geprägt von Tanz, Gesang, Melancholie und feuriger Rhythmik. Die Gitarre, als zentrales Instrument dieser Kulturen, wird dabei zur Erzählerin von Geschichten voller Sehnsucht, Leidenschaft und innerer Ruhe.
ZUR KÜNSTLERIN:
Die in Karlsruhe und Basel ansässige, aus Slowenien stammende Gitarristin Klara Tomljanovič absolvierte ihr Studium an der Hochschule für Musik Freiburg wie auch an der Musik-Akademie Basel. Schon während ihres Studiums interessierte sie sich für Neue Musik und begann im Aleph Gitarrenquartett zu spielen; der Beginn ihrer internationalen Karriere. Seit 2011 ist Klara Tomljanovič Solistin im Ensemble Experimental des SWR Experimentalstudios.
2021 erhielt sie zusammen mit dem Festival Imago Sloveniae eine Förderung der Ernst von Siemens Musikstiftung. Mit deren Unterstützung entstanden vier Auftragswerke für Klara Tomljanovič von Márton Illés, Steingrímur Rohloff, Tomaž Bajželj und Alberto Carretero.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet sie intensiv mit Komponisten wie Vinko Globokar, Uroš Rojko, Vito Žuraj, Arthur Kampela, Nikolaus Brass, Beat Furrer, Helmut Oehring, Martin Smolka, Georg Friedrich Haas, Dieter Ammann oder Nicolaus A. Huber zusammen. Mehrere Stücke für Gitarre solo sind ihr gewidmet.
Ihre intellektuelle wie emotionale Hingabe an neue und neueste Kompositionen sind die Basis für eine ungewöhnlich starke Bühnenpräsenz von Klara Tomljanovič. Sie spielte, solistisch wie kammermusikalisch, u.a. bei ECLAT (Stuttgart), MaerzMusik (Berlin), musikprotokoll (Graz), musica viva (München), den Internationalen Weingartener Tagen für Neue Musik, dem Warschauer Herbst, dem Pan Music Festival (Seoul, Südkorea), Archipel (Genf), in der Roten Fabrik (Zürich), der Villa Massimo (Rom), der Bayerischen Akademie der schönen Künste (München), im Teatro Metropol (Tarragona, Spanien), in Es Baluard (Palma de Mallorca) und bei den ISCM World Music Days. Ihre musikalichen Partner sind das Aleph Gitarrenquartett (1995–2010), das Ensemble Mosaik, die Internationale Ensemble Modern Akademie, das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, das Orchester der Slowe- nischen Philharmonie, das Sinfonieorchester des Slowenischen Rundfunks, Teodoro Anzellotti, Sylvia Nopper, Ernesto Molinari und Isao Nakamura. www.klaratomljanoviccom
ZUM KONZERT:
Den Auftakt bildet Joaquín Malats’ Serenata Española, ein Werk von leuchtender Eleganz, das den Charakter der spanischen Salonmusik mit lyrischer Wärme verbindet. Heitor Villa-Lobos erweitert diesen Horizont mit seinem Prélude Nr. 5, einer poetischen Hommage an die brasilianische Volksmusik, in der Intimität und Weite auf einzigartige Weise verschmelzen.
Mit Enrique Granados’ Danzas Españolas taucht das Programm tief in die emotionale Vielfalt Spaniens ein: Die berühmte Andaluza entfaltet eine gesangliche Melancholie, während die Danza Triste mit stiller Intensität berührt.
Francisco Tárregas Capricho Árabe verbindet orientalische Klangfarben mit romantischer Ausdruckskraft und zählt zu den ikonischen Werken der Gitarrenliteratur. Ein besonderer Höhepunkt sind die Werke von Agustín Barrios Mangoré, in denen sich europäische Tradition und lateinamerikanische Seele begegnen. Un Sueño en la Floresta entfaltet eine traumhafte, fast schwebende Atmosphäre, während die Danza Paraguaya rhythmische Energie und folkloristische Elemente vereint. Den Abschluss bilden zwei Meisterwerke von Isaac Albéniz: Torre Bermeja und Sevilla. Ursprünglich für Klavier komponiert, entfalten sie auf der Gitarre eine besondere Nähe zum flamencogeprägten Ursprung ihrer Klangsprache. Die Zugaben schlagen schließlich eine Brücke in die Moderne: Jorge Morels temperamentvolle Danza Brasilera und Miguel Llobets berührende Bearbeitung der katalanischen Volksmelodie Cançó del Lladre beschließen den Abend mit tänzerischer Leichtigkeit und stiller Poesie.
KulturGarten, Burgruine Zavelstein